Mieteinnahmen versteuern: So verschenken Sie nichts


Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung zählen laut § 21 Einkommenssteuergesetz zu den sieben Einkunftsarten in Deutschland und unterliegen somit der Einkommenssteuerpflicht.

Mieteinnahmen versteuern

Mieteinnahmen versteuern

Erfahren Sie, …

… welche Ausgaben Sie von den Mieteinnahmen abziehen können,

… wie die Steuererklärung funktioniert und

… welche Steuertipps Sie als Vermieter kennen sollten.


1) Welche Einnahmen zählen zu den Mieteinnahmen?

In diesem Bereich macht der Gesetzgeber es Vermietern einfach: Jede Einnahme aus Vermietung und Verpachtung von Immobilien zählt zu den Mieteinnahmen und muss in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden – egal, wodurch sie erzielt wurde.

Versteuerung Mieteinnahmen:

  • Einnahmen durch die Vermietung eines Hauses
  • Einnahmen durch die Vermietung einer Eigentums-, Einlieger- oder Ferienwohnung
  • Einnahmen durch die Untervermietung eines Zimmers innerhalb der Wohnung
  • Einnahmen durch die Vermietung einer Garage oder einer Gewerbefläche
  • Einnahmen durch die Verpachtung von Grundstücken

Gut zu wissen:
Auch Einnahmen, die über Vermietungsplattformen wie AirBnB etc. generiert werden, sind Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Selbst dann, wenn der eigentliche Eigentümer der Immobilie nichts von diesen Einnahmen weiß.

Zur Miete gehören auch die Nebenkostenzahlungen des Mieters minus eventuelle Nebenkostenerstattungen von Ihnen, jedoch zuzüglich einer eventuellen Nachzahlung durch den Mieter.

2) Mieteinnahmen Steuer: Was private Vermieter beachten müssen

Man muss nicht gleich einen ganzen Häuserblock besitzen, um vor dem Einkommenssteuergesetz als Vermieter zu gelten. Auch Privatpersonen, die lediglich eine Mietwohnung, ein Ferienhaus oder eine Garage vermieten, erzielen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und müssen diese Einkünfte bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung angeben und mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wer Mieteinnahmen versteuern muss, kann auch Ausgaben absetzen. Die Kosten für einen Makler bei der Neuvermietung, die Anschaffungsnebenkosten und Ausgaben für Instandhaltungen sind nur einige Beispiele, die das Finanzamt im Zusammenhang mit der Vermietung und somit als abziehbare Werbungskosten akzeptiert.

Gut zu wissen:

Wer im Jahr weniger als 520 Euro an Mieteinnahmen erzielt, muss diese Mieteinnahmen nicht versteuern. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie für einen sehr kurzen Zeitraum ein Zimmer Ihrer Wohnung/Ihres Hauses untervermieten.


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3) Mieteinnahmen versteuern: Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn

Die Berechnung der Steuerlast auch bei Mieteinnahmen folgt einem einfachen Prinzip: Von den Einnahmen (Miete und Mietnebenkosten) werden die Ausgaben (Fachterminus: Werbungskosten) abgezogen. Was unterm Strich übrigbleibt, ist der zu versteuernde Gewinn.

Hat ein Vermieter mehr Ausgaben als Einnahmen gehabt, hat er keinen Gewinn, sondern einen Verlust erzielt. Dieser negative Betrag wird von anderen Einkommensarten (zum Beispiel durch ein Arbeitsverhältnis oder selbstständige Arbeit) abgezogen und kann so die Steuerlast sogar noch mindern.

Gut zu wissen:
Der Gewinn aus allen Einkunftsarten muss erst dann versteuert werden, wenn der Grundfreibetrag von derzeit 9.168 Euro bei Ledigen und 18.336 Euro bei Paaren pro Jahr überschritten wird. 

4) Absetzbare Ausgaben bei einer Vermietung

Zu den Punkten, die das Finanzamt als Ausgaben im Zusammenhang mit einer Vermietung regelmäßig anerkennt, gehören:

  • Ausgaben im Zusammenhang mit der Mieterfindung (Anzeigen, Maklerprovision, …)
  • Zinsen auf den Finanzierungskredit (jedoch nicht die Tilgungsrate selbst)
  • Anschaffungskosten (= Kauf-/Baupreis, Makler, Notar, Architekt, …) können linear abgeschrieben werden
  • Hausnebenkosten (Müllabfuhr, Straßenreinigung, Hausmeister, Treppenhausreinigung, Fahrstuhl, …)
  • Grundsteuer, Steuerberater
  • Anwalt (bei Auseinandersetzungen mit Mietern, Ämtern, …)
  • Kontoführungsgebühren, Büromaterial, Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Vermietung
  • Möbel (bei möblierten Wohnungen/Zimmern)
  • Renovierungen, Reparaturen
  • Mitgliedsbeiträge in relevanten Verbänden
  • Instandhaltungsrücklagen, sobald sie tatsächlich ausgegeben wurden (nicht zurückgelegt)

 

Achtung:
Um wirklich alle entstandenen Kosten sicher absetzen zu können, sollten Sie sämtliche Belege gut aufbewahren. Im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt drohen sonst Nachzahlungen oder sogar Strafen, wenn Sie abgesetzte Ausgaben nicht nachweisen können.

Für gewöhnlich werden die angefallenen Kosten in voller Höhe in dem Jahr vom Gewinn abgezogen, in dem sie abgebucht wurden. Diese Kosten dienen der Ausübung der Vermietung und werden Werbungskosten genannt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen:

Zinsen auf den Finanzierungskredit

Nur wenige Menschen können den Kaufpreis für ein Mehrfamilienhaus mal eben vom Girokonto überweisen. Der Großteil benötigt hierfür einen Kredit und somit eine Bank, die diesen Kredit gewährt. Diesen Kredit muss der Kreditnehmer im Laufe der folgenden Jahre Stück für Stück wieder abbezahlen. Hierbei steht jedoch nicht nur die tatsächliche Kreditsumme auf dem Schuldschein, sondern es kommen außerdem Zinsen auf den geliehenen Betrag hinzu, die ebenfalls der Bank zustehen.

Diese Zinsen akzeptiert das Finanzamt als vom Gewinn abziehbare Ausgaben, die ursprüngliche Kreditsumme jedoch nicht. Das bedeutet, dass nur ein Teil der monatlichen Tilgungsrate als Ausgaben bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden kann.

Beispiel:

Frau A. leiht sich 100.000 Euro bei ihrer Bank, um eine Immobilie zu erwerben. Diesen Kredit zahlt sie jährlich mit 3.000 Euro zurück.

In diesen 3.000 Euro sind ebenfalls die Tilgungszinsen in Höhe von zwei Prozent p.a. auf die noch abzubezahlende Kreditsumme enthalten, im ersten Jahr also 1.940 Euro (100.000 – 3.000 * 0,02).

Zum Zinsstichtag im zweiten Jahr beträgt die zurückzuzahlende Summe nur noch 94.000 Euro, denn 6.000 Euro sind bereits in den 24 Monaten davor abbezahlt worden. In der jährlichen Rate von 3.000 Euro entfallen somit noch 1.880 Euro auf die Zinsen.

Frau A. kann in der Folge jedes Jahr weniger Tilgungszinsen geltend machen. Im Umkehrschluss muss sie mehr Mieteinnahmen versteuern, denn sofern alle anderen Ausgaben in gleicher Höhe bestehen bleiben, steigt durch die sinkende Höhe der absetzbaren Zinsen ihr Gewinn.

Anschaffungskosten linear abschreiben

Der Gesetzgeber unterstellt, dass Immobilien an Wert verlieren, je älter sie werden. Um diesem Wertverlust Rechnung zu tragen, können die Anschaffungskosten 50 Jahre lang mit zwei Prozent jährlich von den Gewinnen abgezogen werden.

Gut zu wissen:
Nur bei vermieteten Immobilien kann der Wertverlust bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden, privat genutzte Immobilien sind außen vor. Grundstücke können hingegen nie abgeschrieben werden, egal ob verpachtet oder nicht, denn sie unterliegen theoretisch keinem Verfall.

 

Eine solche kontinuierliche Absetzmöglichkeit heißt im Fachjargon lineare Abschreibung, da sich die Höhe des absetzbaren Betrages über die Jahrzehnte nicht verändert.

Für Abschreibungen (AfA = Absetzung für Abnutzung) gelten feste Regeln, die je nach Bereich unterschiedlich ausfallen. Im Immobilienbereich gelten die folgenden AfA-Regeln:

Abschreibungen können nur bei vermieteten Immobilien (ohne das dazugehörige Grundstück) geltend gemacht werden und auch nur dann, wenn der Mietpreis mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete beträgt. Liegt er darunter, kürzt das Finanzamt die Abschreibungshöhe. Vor allem, wer billig an Verwandte vermieten möchte, sollte also darauf achten, die Miete stets bei ca. 70 Prozent anzusiedeln.

Gut zu wissen:
Zieht ein Freund oder Verwandter in die Mietwohnung ein, prüft das Finanzamt neben der 66-Prozent-Hürde auch, ob sich der neue Mieter die Wohnung überhaupt leisten kann. Ist dies nicht der Fall, wird ein Unter-der-Hand-Geschäft vermutet und die Absetzbarkeit der Werbungskosten und Abschreibungen entfällt.

 

Generell können die Anschaffungskosten für Immobilien, also neben dem Bau- oder Kaufpreis auch die Maklerkosten, Notarkosten, die Grunderwerbssteuer und unter Umständen das Honorar für den Architekten des Neubaus, über 50 Jahre zu jeweils zwei Prozent abgeschrieben werden.

Bei Gebäuden, die vor 1925 errichtet wurden, gilt, dass ihre Anschaffungskosten für 40 Jahre zu 2,5 Prozent abgeschrieben werden können.

Sanierungen für neu erworbene Gebäude zählen immer dann zu den Anschaffungskosten, wenn sie in den ersten drei Jahren nach Erwerb 15 Prozent des Anschaffungswertes übersteigen. In diesem Fall müssen auch sie über 50 Jahre abgeschrieben werden. Möchte ein Immobilienbesitzer sie hingegen kurzfristiger absetzen, darf er die 15-Prozent-Marke nicht überschreiten. Auch Sanierungen, die nach der Dreijahresfrist anfallen, müssen in aller Regel über zwei bis fünf Jahre abgeschrieben werden. Allein die Kosten für Kleinreparaturen (Schönheitsreparaturen), die weniger als 800 Euro gekostet haben, können sofort und in voller Höhe als Ausgaben geltend gemacht werden.

Sonderregelungen:

Unter Denkmalschutz stehende Immobilien können ebenfalls über 40 oder 50 Jahre abgesetzt werden. Darüber hinaus können aber auch Sanierungsmaßnahmen kurzfristiger abgeschrieben werden, egal wie hoch sie ausfallen. In den ersten acht Jahren nach der Modernisierung beträgt der Satz neun Prozent, in den darauffolgenden vier Jahren sieben Prozent.

Gut zu wissen:
Auch Besitzer einer privat genutzten Immobilie können Sanierungen abschreiben, wenn die Immobilie unter Denkmalschutz steht. In diesem Fall können die Sanierungskosten zehn Jahre lang mit jeweils neun Prozent abgesetzt werden.

 

Die Schaffung neuer Mietwohnungen wird ebenfalls gesondert steuerlich gefördert. Wer zwischen dem 31. August 2018 und dem 31. Dezember 2021 einen Bauantrag stellt, kann neben der linearen Abschreibung von zwei Prozent über die nächsten 50 Jahre weitere fünf Prozent in den ersten vier Jahren absetzen. Die Höhe der Anschaffungskosten ist jedoch auf 2.000 Euro pro Quadratmeter begrenzt, die Miete darf außerdem die nächsten zehn Jahre einen Höchstbetrag nicht überschreiten. Der Förderwert beträgt maximal 200.000 Euro pro Marktakteur in drei Jahren.

5) Die Crux mit dem Leerstand

Steht Ihre Immobilie leer, egal ob Ferienhaus oder Mietwohnung, haben Sie auch weniger Einnahmen. Diesen Verlust können Sie in der Steuererklärung geltend machen, indem Sie exakt die Einnahmen angeben, die Ihnen auch tatsächlich zugeflossen sind.

Dennoch ist das Thema hiermit noch nicht erledigt, denn das Finanzamt möchte Belege dafür, dass Sie den Leerstand nicht einfach so hinnehmen, sondern sich aktiv um die Vermietung bemühen. Anderenfalls unterstellt das Finanzamt, dass Sie mit Ihrer Vermietertätigkeit lediglich einer „Liebhaberei“ nachgehen, also einem Hobby. Das Problem: Kosten für ein Hobby kann man nicht von der Steuer absetzen. Wollen Sie also weiterhin die Ausgaben für den Tilgungszins und die Verwaltungskosten absetzen sowie die jährliche Abschreibung der Anschaffungskosten von zwei Prozent nutzen, müssen Sie einen langen Leerstand gut begründen.

Ein Leerstand hat jedoch nicht nur negative Seiten, denn er kann Ihnen auch Ersparnisse bringen: Haben Sie weniger als 50 Prozent der normalen Einnahmen erzielt, kann Ihnen die Grundsteuer um 25 Prozent erlassen werden, sofern Sie innerhalb des ersten Quartals des auf den Leerstand folgenden Jahres einen entsprechenden Antrag bei Ihrer Gemeinde stellen. Bei einem Totalausfall können Sie die Grundsteuer um bis zu 50 Prozent kürzen lassen.

Gut zu wissen:
Besitzer eines Ferienhauses in Gegenden, die nur saisonal nachgefragt sind, können Fragen des Finanzamtes bezüglich des Leerstands entgehen, wenn sie die Immobilie ausschließlich für die Vermietung an Dritte bereithalten und eine Eigennutzung vertraglich ausschließen sowie einen Reiseanbieter oder den örtlichen Tourismusverein mit der ganzjährigen Vermietung beauftragen.

 

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6) Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten

Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bezeichnen zwar beide Baumaßnahmen an einer Immobilie, sie werden jedoch steuerlich unterschiedlich behandelt.

Erhaltungsaufwand: Unter Erhaltungsaufwand, auch Modernisierungskosten genannt, versteht der Fiskus Arbeiten, die dem Wahren des Status quo der Immobilie dienen. Muss zum Beispiel eine Kellerwand professionell getrocknet, ein Dach an undichten Stellen neu gedeckt oder das Balkongeländer erneuert werden, handelt es sich um einen Erhaltungsaufwand. Wichtig: Der zu reparierende Gebäudeteil musste bereits vorhanden sein.

Vermieter können bei der steuerlichen Absetzbarkeit wählen: Entweder sie setzen die Kosten im Jahr der Entstehung voll ab oder aber die Kosten werden in den nächsten zwei bis fünf Jahren anteilig abgesetzt.

Herstellungskosten: Bei Baumaßnahmen handelt es sich immer dann um Herstellungskosten, wenn der Standard der Immobilie erhöht wird. Ersetzen Sie zum Beispiel eine Toilette auf dem Gang durch ein modernes Bad im Inneren der Wohnung, handelt es sich um Herstellungskosten. Auch das Anbauen eines Balkons, wenn es vorher noch keinen gab, ist eine Erhöhung des Standards der Immobilie. Reparaturen an Fenstern, Sanitäranlagen, Elektroinstallation und Heizung zählen immer dann als Herstellungskosten, wenn drei dieser Bereiche zeitgleich in Schuss gebracht werden.

Herstellungskosten werden je nach Nutzungsdauer zwischen 20 und 50 Jahre abgesetzt.

Achtung:
Investieren Sie nach Erwerb einer Immobilie insgesamt mehr als 15 Prozent der Anschaffungskosten in Modernisierungen, dann werden diese Kosten als anschaffungsnaher Aufwand eingestuft und müssen ebenfalls, so wie auch die Anschaffungskosten, je nach Immobilientyp zwischen 40 und 50 Jahre abgeschrieben werden. Diese Regelung gilt jedoch nicht, wenn Sie die Immobilie geerbt oder als Schenkung erhalten haben.)

Da es steuerlich oftmals einen großen Unterschied macht, ob Kosten sofort in voller Höhe oder aber über Jahrzehnte abgesetzt werden, sollten Sie bei Modernisierungen grundsätzlich zunächst Ihren Steuerberater befragen. Wenn Sie noch keinen haben, rufen Sie uns gerne an. Unsere Makler kennen sich im gesamten Immobilienmarkt bestens aus und können Ihnen einen versierten Steuerberater empfehlen.

Unterschied Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten

BereichErhaltungsaufwandHerstellungskosten
Fenster und TürenReparatur, AustauschEinbau einer neuen Fensterfront
HeizungAustauschEinbau neuer Anlage anstatt Ofenheizung
DachReparaturEinbau eines Dachbodens
BadRenovierungEinbau einer Sauna
AufzugReparaturEinbau
FußbodenErneuerung des TeppichsEinbau eines hochwertigen Parkettbodens

7) Versteuerung Mieteinnahmen von Garagen und Gewerbeflächen

Auch wer nur eine Garage vermietet, muss diese Einnahmen versteuern. Hierbei gelten besondere Regelungen, denn eventuell muss von der Miete 19 Prozent Umsatzsteuer abgeführt werden.

Die Frage, ob eine Umsatzsteuerpflicht entsteht, hängt damit zusammen, ob die Garage zusammen mit Wohnraum vermietet wird oder nicht. Wird sie zusammen mit Wohnraum vermietet, ist die gesamte Miete umsatzsteuerfrei, denn für Mieteinnahmen auf Wohnraum wird generell keine Umsatzsteuer fällig. Vermietet der Besitzer jedoch allein die Garage, fällt Umsatzsteuer an, da die Wohnraum-Regel hier nicht mehr greift.

Gut zu wissen:

Vermietet eine Privatperson ausschließlich eine Garage und ist sonst nicht weiter unternehmerisch tätig, kann sie sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, sofern die Jahreseinnahmen aus der Vermietung (und somit der unternehmerischen Tätigkeit) nicht mehr als 17.500 Euro betragen.

Auch für Gewerbeflächen müssten Vermieter theoretisch Umsatzsteuer abführen. Der Gesetzgeber hat hier jedoch ein Wahlrecht erlassen, das es dem Vermieter erlaubt, sich für oder gegen die Umsatzsteuerpflicht zu entscheiden. Voraussetzung für die Umsatzsteuer ist jedoch, dass das mietende Unternehmen ebenfalls zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Handelt es sich bei dem Mieter um eine Bank, Versicherung etc. und somit um ein Unternehmen, das keine umsatzsteuerpflichtigen Leistungen anbietet, muss auch die Vermietung umsatzsteuerfrei erfolgen.

Die Entscheidung für oder gegen Umsatzsteuer bei Vermietung von Gewerberaum kann somit nicht nur Einfluss auf den möglichen Mieterkreis nehmen, sondern muss auch aus einem weiteren Grund gut überlegt sein: Wer sich für die Umsatzsteuerpflicht entscheidet, darf bei entstandenen Kosten ebenfalls die Vorsteuer ziehen. Das bedeutet, dass eine Rechnung im Zusammenhang mit der Vermietung (zum Beispiel die Rechnung der Gebäudereinigungsfirma) um 19 Prozent billiger wird, da der Vermieter des Gewerberaums die an die Reinigungsfirma gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückfordern kann.

Gut zu wissen:

Erfolgt eine Vermietung nur kurzzeitig, ist sie umsatzsteuerpflichtig. Aus diesem Grund fällt auf Vermietungen von Ferienwohnungen immer Umsatzsteuer an.

8) Mieteinnahmen versteuern, aber richtig: So füllen Sie Anlage V aus

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung werden bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung in der Anlage V angegeben. Pro Objekt wird jeweils eine Anlage V ausgefüllt.

Gut zu wissen:

Ein Objekt ist eine eigenständige Einheit. Ein Haus mit mehreren Etagen ist nur ein Objekt, wenn es als Ganzes vermietet wird. Befindet sich jedoch auf jeder Etage eine separate Eigentumswohnung, handelt es sich um mehrere Objekte.

Auf der ersten Seite der Anlage V geben Sie allgemeine Angaben zu Eigentümer und Immobilie an. Die Mieteinnahmen und Nebenkostenzahlungen des Mieters gehören in die Zeilen 9 bis 21. Wenn Sie Anteile an Grundstücksgemeinschaften oder einem Immobilienfonds besitzen oder Teil einer Erbengemeinschaft sind, müssen Sie dies in den Zeilen 25 bis 29 angeben.

Die zweite Seite fragt nach weiteren Einkünften und den abziehbaren Werbungskosten. In den Zeilen 31 und 32 tragen Sie Einnahmen aus einer Untervermietung sowie der Vermietung von unbebauten Grundstücken und einzelnen Zimmern, auch möbliert, ein. In den Zeilen 33 bis 51 haben Sie anschließend Platz für Ihre Werbungskosten samt Abschreibungen.

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9) Wann müssen Sie die Mieteinnahmen versteuern?

Generell gilt: Einnahmen werden immer in dem Jahr gebucht, in dem sie auf dem Konto eingegangen sind. Wenn Ihr Mieter Ihnen 2018 insgesamt 3.000 Euro Miete überwiesen hat, müssen Sie also auch 2018 diese Mieteinnahmen versteuern.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Bei regelmäßig wiederkehrenden Mietzahlungen zwischen dem 22. Dezember und 10. Januar für das nächste Jahr, werden diese Zahlungen in dem Jahr versteuert, in das sie wirtschaftlich gehören – also im nächsten.

10) Mieteinnahmen und Steuer: Die Regelungen für gewerbliche Vermieter

Im Bereich der Vermietung von Immobilien können Privatpersonen schneller die Grenze zur unternehmerischen und somit gewerblichen Vermietertätigkeit überschreiten, als sie denken. Neben den Regelungen zur Umsatzsteuer ist hierfür vor allem die Drei-Objekt-Grenze verantwortlich.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Privatpersonen hauptsächlich zu eigenen Wohnzwecken Immobilien erwerben. Die Anzahl der gehaltenen Immobilien ist somit natürlicherweise begrenzt. Wer nun aber innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Immobilienverkäufe tätigt, fällt in den Bereich des gewerblichen Immobilienhandels. Ab diesem Zeitpunkt müssen eventuelle Vergünstigungen für private Immobilienbesitzer zurückgezahlt werden und die Gemeinde kann je nach Höhe der Einnahmen Gewerbesteuer verlangen.

Um nicht in diesen Bereich zu fallen, sollten Besitzer mehrerer Immobilien die Spekulationsfrist beachten: Wenn sich eine Immobilie zehn Jahre oder länger in Privatbesitz befand, fällt sie nicht mehr unter die Drei-Objekt-Grenze. Auch geerbte Immobilien sind hiervon generell ausgenommen.

Tipp:
Immobilienbesitzer mit sehr vielen Objekten können ihre Immobilien an eine vermögensverwaltende GmbH ausgliedern, die oftmals eigens zu diesem Zweck gegründet wird. Je nach persönlichem Steuersatz des Besitzers können so Steuereinsparungen generiert werden, denn die vGmbH wird nach einem festen Satz besteuert, der unterhalb des Höchststeuersatzes für Vermögende liegt. Darüber hinaus ist das Privatvermögen des Eigentümers geschützt: Wird die vGmbH insolvent, ist dies eine Unternehmensinsolvenz, keine Privatinsolvenz. Auf der anderen Seite können die Gewinne nur in Form eines Gehaltes steuerarm an den Eigentümer ausgezahlt werden.

9) Mieteinnahmen Steuer: 5 Tipps für Vermieter

Ob gewerblich oder privat: Jeder Vermieter sollte die wichtigsten Tipps rund um die Versteuerung seiner Mieteinnahmen kennen und beachten.

  • Keine Buchung ohne Beleg! Achten Sie deshalb immer darauf, jeden Nachweis über entstandene Kosten sicher und leicht zugänglich aufzubewahren.
  • Lassen Sie keine Ausgabe unter den Tisch fallen, selbst wenn der Handwerker nur 20 Euro in Rechnung gestellt hat: Kleinvieh macht auch Mist!
  • Berechnen Sie Ihre Mieteinnahmen genau, bevor Sie sie angeben. Hierzu gehören auch Ausfälle durch Leerstand oder überfällige Mietzahlungen.
  • Beachten Sie die 66-Prozent-Schwelle bei der Vermietung an Freunde und Verwandte: Nur wenn die Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt, können Sie auch weiterhin alle Werbungskosten absetzen.
  • Denken Sie vielfältig: Auch Kosten für einen Rechtsanwalt oder für Anzeigen auf einer Vermietungsplattform sind absetzbare Werbungskosten. Sie haben Ihrem Mieter eine Auszugsprämie gezahlt, um die Immobilie anschließend verkaufen zu können? Selbst diese Ausgabe können Sie absetzen.

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