Alles, was Sie über Maklercourtage wissen müssen


Die Regelungen rund um die Maklercourtage haben sich in den letzten Jahren gewandelt, besonders durch das neue Gesetz von 2020, das eine gerechtere Aufteilung der Kosten zwischen Käufer und Verkäufer bei Immobiliengeschäften in Deutschland vorsieht. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Maklercourtage, um Ihnen ein besseres Verständnis und effektive Strategien im Umgang mit dieser Gebühr zu bieten.

Die 4 wichtigsten Fakten über Maklercourtage

1. Gesetzliche Regelung zur Aufteilung: Seit 2020 gilt in Deutschland ein neues Gesetz, das besagt, dass die Maklercourtage bei Verkauf von Wohnimmobilien gerecht zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden muss. Diese Regelung zielt darauf ab, die finanzielle Belastung für den Käufer zu verringern und die Kosten fairer zu verteilen.

2. Gesamthöhe der Maklercourtage: Die Gesamtprovision bei Immobiliengeschäften beträgt in der Regel rund 7,14% des Kaufpreises, inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Diese Rate kann regional variieren, doch das Gesetz sichert zu, dass keine Seite mehr als die Hälfte dieser Kosten trägt.

3. Verhandelbarkeit der Provision: Trotz gesetzlicher Vorgaben bleibt die Höhe der Maklercourtage verhandelbar. Käufer und Verkäufer können mit dem Makler über die genaue Aufteilung der Kosten sprechen, was besonders in Käufermärkten oder bei hochpreisigen Immobilien Verhandlungsspielraum bieten kann.

4. Umfang der Maklerleistungen: Die gezahlte Courtage deckt umfassende Dienstleistungen ab, die weit über die reine Vermittlung hinausgehen. Dazu gehören unter anderem die Bewertung der Immobilie, Marketingmaßnahmen, die Durchführung von Besichtigungen, die Beratung bei Verhandlungen und die Unterstützung beim Abschluss des Kaufvertrags.


    Inhaltsverzeichnis - Kurzübersicht

    1. Was ist Maklercourtage und wer muss sie zahlen?

    2. Wie hoch ist die Maklercourtage üblicherweise?

    3. Wann ist die Maklercourtage fällig?

    4. Kann man die Maklercourtage verhandeln?

    5. Wer bestimmt, wer die Maklercourtage zahlt?

    6. Welche Leistungen umfasst die Maklercourtage?


    Was ist Maklercourtage und wer muss sie zahlen?

    Die Maklercourtage, auch Maklerprovision genannt, ist eine Gebühr, die für die Vermittlung von Immobiliengeschäften an einen Immobilienmakler gezahlt wird. Diese Provision ist die Vergütung für die Dienstleistungen des Maklers, die von der Suche nach geeigneten Immobilien oder Käufern bis hin zur Unterstützung beim Abschluss des Kaufvertrags reichen.

    Wer zahlt die Maklercourtage?

    Nach dem Gesetz von 2020 in Deutschland muss die Maklercourtage bei Verkauf von Wohnimmobilien gerecht zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden. Dies bedeutet, dass beide Parteien jeweils die Hälfte der Gesamtprovision übernehmen, die in der Regel rund 7,14% des Kaufpreises (inklusive Mehrwertsteuer) beträgt. Dazu später mehr.


    Höhe der Maklercourtage in Deutschland: Üblich, Einflussfaktoren und Rechenbeispiel

    ie Maklercourtage variiert in Deutschland je nach Dienstleistung (Vermietung oder Verkauf) und regionalen Gepflogenheiten. Hier eine Übersicht:

    Durchschnittliche Prozentsätze

    • Verkauf: Für den Verkauf von Immobilien liegt die Maklercourtage üblicherweise bei 7,14% des Kaufpreises (inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer), wobei die Kosten gemäß dem Gesetz von 2020 zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden müssen.
    • Vermietung: Bei der Vermietung von Wohnraum beträgt die Provision oft zwei Monatskaltmieten zzgl. Mehrwertsteuer, die vom Vermieter getragen wird, da der Bestellerprinzip gilt, welches besagt, dass der Auftraggeber des Maklers die Courtage zahlt.

    Faktoren, die die Höhe beeinflussen

    Die Höhe der Maklercourtage kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, darunter:

    • Marktsituation: Je nachdem, ob es sich um einen Käufer- oder Verkäufermarkt handelt, können die Provisionshöhen variieren.
    • Verhandlungen: Die Courtage kann, insbesondere beim Verkauf, zwischen Makler und Auftraggeber verhandelt werden.

    Rechenbeispiel für Maklercourtage bei einem Verkauf mit 7,14%

    Angenommen, der Verkaufspreis einer Immobilie beträgt 300.000 Euro. Bei einer Maklercourtage von 7,14% des Kaufpreises, die nach dem aktuellen Gesetz zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird, ergibt sich folgende Rechnung:

    • Gesamtprovision: 300.000 Euro * 7,14% = 21.420 Euro (inklusive Mehrwertsteuer).
    • Anteil Käufer: 21.420 Euro / 2 = 10.710 Euro.
    • Anteil Verkäufer: 21.420 Euro / 2 = 10.710 Euro.

    In diesem Beispiel trägt sowohl der Käufer als auch der Verkäufer eine Kostenlast von jeweils 10.710 Euro für die Maklerdienstleistungen. Diese Aufteilung sorgt für eine gerechtere Verteilung der Kosten, im Vergleich zu früheren Regelungen, bei denen oft eine Partei die gesamte Provision tragen musste


    Leistungen, die die Maklercourtage umfasst

    Die Maklercourtage deckt ein breites Spektrum an Dienstleistungen ab, die der Immobilienmakler im Rahmen der Vermittlung einer Immobilie erbringt. Diese Dienstleistungen sind essenziell für den reibungslosen Ablauf eines Immobiliengeschäfts und umfassen unter anderem:

    Marktwertanalyse: Eine fundierte Bewertung der Immobilie, um einen realistischen Verkaufs- oder Mietpreis festzulegen.

    Erstellung von Verkaufsunterlagen: Die professionelle Aufbereitung von Exposés, Fotos und Grundrissen, um die Immobilie ansprechend zu präsentieren.

    Marketing: Die Bewerbung der Immobilie durch verschiedene Kanäle, wie Immobilienportale, Social Media und das eigene Netzwerk des Maklers, um eine breite Käuferschicht zu erreichen.

    Besichtigungen: Die Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen mit interessierten Parteien.

    Verhandlungsführung: Die Unterstützung bei Verkaufsverhandlungen, um für beide Parteien ein faires Ergebnis zu erzielen.

    Vertragsvorbereitung: Die Vorbereitung des Kauf- oder Mietvertrags, inklusive der Prüfung rechtlicher Bestimmungen und der Koordination mit Notaren.

    Nachbetreuung: Die Unterstützung nach Vertragsabschluss, beispielsweise bei der Übergabe der Immobilie.

    Diese Leistungen rechtfertigen die Maklercourtage, indem sie sowohl Käufern als auch Verkäufern Zeit, Aufwand und potenzielle rechtliche Komplikationen ersparen.


    Anspruch auf Maklercourtage: Wann wird sie fällig?

    Der Anspruch auf die Maklercourtage entsteht unter bestimmten Voraussetzungen, die sowohl durch den Maklervertrag als auch durch das zugrundeliegende Gesetz definiert sind. Für einen Makler, um seinen Anspruch auf die Courtage geltend machen zu können, müssen in der Regel folgende Bedingungen erfüllt sein:

    1. Nachweis oder Vermittlung: Der Makler muss nachweisen, dass sein Handeln zur Vermittlung oder zum Abschluss eines Kauf-, Miet- oder Pachtvertrags geführt hat. Dies bedeutet, dass die Tätigkeit des Maklers ursächlich (kausal) für den Vertragsabschluss sein muss.

    2. Maklervertrag: Es muss ein gültiger Maklervertrag bestehen, der entweder schriftlich oder mündlich geschlossen sein kann. Dieser Vertrag definiert die Bedingungen, unter denen der Makler tätig wird, und regelt den Anspruch auf die Courtage.

    3. Vertragsabschluss: Der Kauf-, Miet- oder Pachtvertrag über die vermittelte Immobilie muss rechtsgültig abgeschlossen worden sein. Der Anspruch auf Courtage entsteht also in dem Moment, in dem der Hauptvertrag (z.B. Kaufvertrag) wirksam wird.

    4. Zahlungsvereinbarung: In Übereinstimmung mit dem Gesetz zur Regelung der Teilung der Maklerkosten muss festgelegt sein, dass die Maklercourtage fair zwischen den Parteien geteilt wird, insbesondere bei Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Die Fälligkeit der Zahlung kann ebenfalls im Maklervertrag geregelt werden und ist oft an den Abschluss des Hauptvertrags gebunden.


    Steuerliche Absetzbarkeit der Maklercourtage: Regelungen für Käufer und Verkäufer

    Die Möglichkeit, Maklercourtage steuerlich abzusetzen, hängt von der Nutzung der Immobilie und der Rolle der beteiligten Parteien (Käufer oder Verkäufer) ab. Hier sind die grundlegenden Regelungen zusammengefasst:

    Für Käufer

    • Selbstnutzer: Käufer, die die erworbene Immobilie selbst nutzen, können die Maklerprovision nicht von der Steuer absetzen. Kosten für den Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum gelten nicht als werbungskosten- oder betriebsausgabenabzugsfähige Aufwendungen.

    • Kapitalanleger: Wenn der Käufer die Immobilie als Kapitalanlage erwirbt und sie vermietet, können die Maklerkosten als Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung steuerlich geltend gemacht werden. Dies bedeutet, dass die Provision die steuerliche Bemessungsgrundlage mindern kann und somit die Steuerlast reduziert.

    Für Verkäufer

    • Die Maklerprovision kann von Verkäufern steuerlich abgesetzt werden, wenn im Zuge des Verkaufs Steuern auf den Gewinn aus dem Immobilienverkauf anfallen. Dies ist insbesondere relevant, wenn es sich um ein Verkaufsgeschäft handelt, das innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist erfolgt, oder wenn die Immobilie nicht selbst genutzt, sondern vermietet wurde. In diesen Fällen können die Maklerkosten als Verkaufskosten die Steuerlast mindern.

    Für Vermieter

    • Vermieter, die eine Immobilie erwerben oder verkaufen, können die Maklerprovision ebenfalls im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung absetzen, sofern diese Kosten direkt mit der Anschaffung oder Veräußerung der vermieteten Immobilie in Zusammenhang stehen.

    Es ist wichtig, die steuerlichen Regelungen und Möglichkeiten zur Absetzbarkeit von Maklerkosten im Detail zu prüfen und gegebenenfalls einen Steuerberater zu konsultieren, um die individuellen steuerlichen Vorteile vollständig zu nutzen


    Häufig gestellte Fragen zur Maklercourtage: Klärungen und Mythen

    1. Muss der Käufer immer die Maklercourtage zahlen? Nein. Seit dem Gesetz von 2020 in Deutschland wird die Maklercourtage bei Verkauf von Wohnimmobilien gerecht zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, es sei denn, es gibt eine andere Vereinbarung.

    2. Kann die Maklercourtage verhandelt werden? Ja, die Höhe der Maklercourtage ist verhandelbar. Die Verhandlungsmöglichkeiten können je nach Marktlage und Verhandlungsgeschick variieren.

    3. Ist die Maklercourtage steuerlich absetzbar? Für Käufer: Nur wenn die Immobilie als Kapitalanlage genutzt und vermietet wird. Für Selbstnutzer ist die Courtage nicht absetzbar. Für Verkäufer: Ja, wenn auf den Verkauf der Immobilie Steuern anfallen, kann die Courtage als Werbungskosten abgesetzt werden.

    4. Fällt die Maklercourtage auch an, wenn kein Kaufvertrag zustande kommt? Nein, der Anspruch auf Maklercourtage entsteht in der Regel nur, wenn tatsächlich ein Kauf-, Miet- oder Pachtvertrag durch die Vermittlung des Maklers zustande kommt.

    5. Wer bestimmt, wer die Maklercourtage zahlt? Die Aufteilung der Maklercourtage zwischen Käufer und Verkäufer wird durch das Gesetz zur Regelung der Teilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser festgelegt. Vereinbarungen im Maklervertrag können jedoch abweichende Regelungen enthalten.

    6. Gibt es Unterschiede in der Maklercourtage zwischen Vermietung und Verkauf? Ja. Bei der Vermietung gilt das Bestellerprinzip, wonach der Auftraggeber des Maklers (in der Regel der Vermieter) die Courtage zahlt. Beim Verkauf wird die Courtage, gemäß dem Gesetz von 2020, zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

    7. Ist Maklercourtage dasselbe wie Maklerprovision? Ja, Maklercourtage und Maklerprovision bezeichnen dasselbe. Beide Begriffe werden verwendet, um die Gebühr zu beschreiben, die ein Immobilienmakler für die Vermittlung eines Kauf-, Verkaufs-, Miet- oder Pachtvertrags erhält.